Hast du schon mal einen Streit auf dem Schulhof erlebt? Oder hast du dich schon mal ausgeschlossen gefühlt? Manchmal geht es in der Schule nicht nur um Mathe und Deutsch, sondern auch darum, wie wir miteinander umgehen. Leider gibt es manchmal Gewalt unter Schülern. Gewalt ist nicht nur, wenn einer einen anderen schlägt. Auch auslachen, beleidigen, jemanden nicht mitspielen lassen oder fiese Nachrichten schreiben – das ist Gewalt. Sie tut weh, und zwar im Herzen.
Aber das Gute ist: Jeder von uns kann etwas tun, damit es in unserer Schule weniger Gewalt gibt! Du musst nicht der Größte oder der Stärkste sein, um etwas zu verändern. Es kommt auf dein Herz und deinen Mut an. Hier sind einige Möglichkeiten, wie auch du deinen Beitrag leisten kannst:
- Sei ein „Aussteiger“, nicht ein „Mitmacher“
Wenn du siehst, dass jemand gehänselt wird oder eine Gruppe über jemanden lästert, dann mach nicht mit. Auch wenn du Angst hast, selbst ausgelacht zu werden: Steh dazu, dass du so etwas nicht lustig findest. Oft reicht es schon, wenn du einfach weggehst oder sagst: „Stopp, das ist nicht lustig!“ Damit zeigst du den anderen: Mit mir könnt ihr so etwas nicht machen.
- Sei ein guter Zuhörer
Manchmal sind Kinder gemein, weil sie selber traurig oder wütend sind. Wenn du merkst, dass es einem Mitschüler schlecht geht, frag ihn: „Was ist los?“ oder „Kann ich dir helfen?“ Manchmal hilft es schon, wenn jemand einfach zuhört. Und wenn jemand gerade einen Streit hat, versuche zu vermitteln: „Warum streitet ihr eigentlich? Könnt ihr euch nicht in der Mitte treffen?“
- Sag „Stopp“ – laut und deutlich
Wenn dich jemand ärgert oder schubst, darfst du das nicht einfach still ertragen. Sag laut: „Stopp! Ich will das nicht!“ Meistens hören Kinder auf, wenn sie merken, dass du dich nicht einschüchtern lässt. Wenn es nicht aufhört, ist es kein Petzen, wenn du es einem Lehrer oder deinen Eltern erzählst. Du hast ein Recht darauf, dass du dich sicher fühlst!
- Sei ein Pausenengel
Auf dem Schulhof passieren die meisten Streitereien. Du kannst ein „Pausenengel“ sein. Das heißt: Du achtest darauf, ob jemand alleine ist und fragst ihn, ob er mitspielen will. Du passt auf, dass beim Fußballspiel die Regeln eingehalten werden und keiner absichtlich foult. Wenn du Fairplay zeigst, machen es dir andere nach.
- Hol dir Hilfe, wenn es zu viel wird
Es gibt Situationen, die kann man alleine nicht lösen. Wenn du Angst hast, oder wenn ein Kind immer wieder geärgert wird, dann hol dir unbedingt Hilfe. Gehe zu deinem Lehrer, zu deiner Lehrerin, zu einem Schulsozialarbeiter oder zu deinen Eltern. Das ist kein Verpetzen – das ist Zivilcourage! Du schützt damit dich oder deinen Freund.
- Übernimm Verantwortung für deine eigenen Worte
Jeder von uns sagt manchmal etwas, was er nicht so meint. Wenn du gemerkt hast, dass du jemanden mit einem Spruch verletzt hast, dann trau dich, dich zu entschuldigen. Ein einfaches „Es tut mir leid, das war blöd von mir“ kann Wunder wirken und aus einem Feind wieder einen Freund machen.
Denk daran: Jeder in dieser Schule – ob klein oder groß, ob neu oder schon lange dabei – will sich wohlfühlen. Wenn du einen Freund tröstest, wenn du einem Neuen die Schule zeigst oder wenn du einfach nur einen Streit schlichtest, machst du unsere Schule ein bisschen friedlicher.
Viele kleine Taten von vielen Kindern ergeben eine große Veränderung. Fangen wir heute damit an!