Woher kommt der Name -Sachsen-

Hallo und herzlich willkommen zu einer Zeitreise! Hast du dich schon mal gefragt, warum das Bundesland, in dem wir leben, Sachsen heißt? Die Antwort ist eine spannende Geschichte, die vor über 800 Jahren begann.

Stell dir vor, wir reisen zurück ins Mittelalter, in die Zeit des mächtigen Kaisers Friedrich Barbarossa. Übrigens ist die Barbarossastraße auf dem Kaßberg nach ihm benannt. Der hatte einen roten Bart. Deshalb wurde er auch Kaiser Rotbart genannt. Was er aber auch hatte, waren jede Menge Probleme mit seinen Fürsten.

Das Kyffhäuser-Denkmal für Kaiser Friedrich Barbarossa in Thüringen in der Näher von Bad Frankenhausen

Damals sah die Landkarte von Deutschland noch völlig anders aus. Ganz weit im Nordwesten, dort wo heute das Bundesland Niedersachsen ist, lag das alte Herzogtum Sachsen. Das war die eigentliche Heimat der Sachsen, eines alten Volksstammes.

Und dann gab es hier bei uns, im Osten, die Mark Meißen. Das war so eine Art Grenzgebiet des Reiches, benannt nach der mächtigen Burg auf dem Felsen über der Elbe, der heutigen Albrechtsburg in Meißen.

Diese beiden Gebiete, das alte Sachsen im Nordwesten und die Mark Meißen hier im Osten, waren weit voneinander entfernt und hatten erstmal gar nichts miteinander zu tun.

Doch dann kam Kaiser Barbarossa ins Spiel. Er hatte einen mächtigen, aber auch sehr sturen Vetter, den Herzog von Sachsen, Heinrich den Löwen. Die beiden stritten sich ständig, weil Heinrich der Löwe machtbesessen war und ständig Kriege vom Zaune brach. Irgendwann hatte Barbarossa die Nase voll. Er verbannte Heinrich den Löwen und sprach: „Dein Herzogtum Sachsen ist verwirkt!“ Er hatte Heinrich dem Löwen das Herzogtum einfach sein Land und den Titel Herzog weggenommen. Als Kaiser durfte er das damals.

Doch was macht man mit einem ganzen Herzogtum? Man kann es ja nicht einfach wegwerfen. Also zerschnitt Barbarossa es in viele kleine Stücke und verschenkte oder verkaufte sie an andere Fürsten.

Und jetzt kommt der Clou: Ein anderer mächtiger Fürst, der Markgraf von Meißen, war ein treuer Freund von Barbarossa. Er hieß Otto der Reiche. Weil er so treu war, bekam er von Barbarossa vielleicht nicht das ganze Land, aber etwas viel Wichtigeres: das Recht, sich ab sofort ebenfalls „Herzog von Sachsen“ zu nennen!

Stell dir das vor! Der Name „Sachsen“ war plötzlich umgezogen. Er wanderte wie in einem riesigen Huckepack von Nordwesten nach Osten. Die Markgrafen von Meißen hießen jetzt Herzöge von Sachsen. Und weil sie so hießen, nannten die Leute nach und nach auch ihr ganzes Land um die Mark Meißen herum einfach „Sachsen“.

Die alte Heimat der Sachsen im Nordwesten hieß fortan Niedersachsen, also das „niedrigere“ oder „untere“ Sachsen. Und unser Gebiet hier, mit den großen Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz, wurde das neue, das junge Sachsen – der Name war quasi ausgewandert und hat sich hier ein neues Zuhause gesucht.

Und so ist das bis heute geblieben. Wenn du also das nächste Mal „Sachsen“ hörst oder auf der Karte siehst, dann weißt du: Das ist eine uralte Geschichte von Kaisern, Herzögen und einem Namen, der eine weite Reise von Nordwesten nach Osten gemacht hat – von der alten Heimat an der Nordsee bis zu uns hierher.

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