Wichtel Rumpel war neu im Wunschzettel-Büro. Seine Aufgabe war es, die Wunschzettel der Kinder einzusammeln, die sie in den Schulbriefkasten oder an Fensterbänke legten.
Kurz vor Nikolaus war Rumpel besonders aufgeregt. Er sammelte einen Stapel Briefe ein und machte sich auf den Weg zur großen Wunschzettel-Sortierzentrale des Weihnachtsmanns. Es war bitterkalt und der Wind pfiff. Plötzlich erfasste eine Windböe Rumpels kleinen Stapel und riss einen ganz besonderen Brief fort.
Es war der Wunschzettel vom kleinen Ben aus der 2a. Auf dem Zettel stand nur ein einziger, sorgfältig gemalter Wunsch: „Ein Kuscheltier für meine kleine Schwester Lotte, damit sie nicht mehr so allein ist, wenn Mama arbeiten muss.“
Rumpel war entsetzt! Er suchte überall im Schnee, aber der Zettel war verschwunden. Ben würde sein wichtiges Geschenk nicht bekommen!
Verzweifelt schlich Rumpel um die Schule herum. Da sah er die Kinder der 2a. Sie bastelten in ihrer Projektwoche Weihnachtsdekorationen und sammelten Spenden für Kinder im Krankenhaus. Sie waren so fleißig und nett zueinander.
Rumpel schaute sich Bens Fensterplatz an. Dort lag eine kleine, selbstgenähte Stoffmaus, die Ben gerade fertiggestellt hatte, eigentlich für die Spendenaktion.
Dem Wichtel kam eine Idee. Anstatt zu suchen, wartete er bis zum Abend. Als es dunkel war, schlich er sich ins Klassenzimmer, nahm die kleine Stoffmaus, die so liebevoll genäht war, und legte Bens Namen darauf. Mit einem geheimen Wichtel-Staub machte er aus der einfachen Maus ein Kuscheltier voller Weihnachtsmagie.
Am Weihnachtsabend fand die kleine Lotte das weichste, warmherzigste Kuscheltier, das sie je gesehen hatte. Und Ben wusste sofort, dass sein Wunsch auf wundersame Weise doch erhört worden war.
Rumpel lernte, dass es manchmal nicht der Wunschzettel ist, der zählt, sondern der liebevolle Gedanke, der dahinter steckt.
Eure Mathilda